Die Knotenlöserin - eine Ermutigung für 2019

31. Dezember 2018 Neuigkeiten

In der Kirche St. Peter am Perlach in Augsburg hängt das Bild "Maria Knotenlöserin". Lesen Sie hier, wie die Betrachtung dieses Bildes uns zur Ermutigung für das Jahr 2019 werden kann.


Maria Knotenlöserin

Dieses Bild hängt als Original in der Kirche St. Peter am Perlach in Augsburg und hat die
Kirche zu einem Wallfahrtsort gemacht. Es wurde um 1700 vom Künstler Johann Melchior Georg Schmidtner gezeichnet.

Im Zentrum des Bildes steht Maria auf der Mondsichel, auf der sich eine Schlange unter ihren Füßen windet: „Die Frau, mit der Sonne bekleidet, den Mond zu ihren Füßen.“ Sie zertritt der Schlange den Kopf. Es ist ein mystisches Bild, das in der Offenbarung des Johannes und im Buch Genesis beschrieben ist.(Offb. 12,1/Gen. 3,15)

Ein Engel schaut Maria von ihrer linken Seite an und reicht ihr vorsichtig ein langes, weißes, verknotetes Band. Es besteht fast nur aus Knoten und Schlingen, ähnlich wie die Schlange unter den Füßen Marias. Sie entwirrt und löst die Knoten mit ihren Händen konzentriert und gleichzeitig entspannt Knoten um Knoten. Sie ist ganz die Knotenlöserin.

Das glatte, gelöste Band nimmt auf der rechten Seite ein zweiter Engel entgegen. Dieser hält seinen Blick auf den Betrachter gerichtet, auf mich, als wolle er sagen: Schau her – sie hat`s geschafft – geht doch – …

Maria hält, leicht schwingend die Balance und ist ganz dabei die Knoten zu lösen. Sie ist gekleidet in ein rotes Kleid der Liebe und umhüllt vom blauen Umhang des Himmels. Die Geisttaube schwebt über der Frau und einige Putten füllen den oberen geistigen, hellen Raum. Dagegen ist das untere Drittel des Bildes dunkel.

Unter der Mondschale ist ein Stückchen blauer Himmel angedeutet. Auf der dunklen Erde ist wie ein kleines Siegel Tobias mit dem Engel Raphael eingefügt, der dem jungen Tobias den Weg weist zu einer erleuchteten Stadt. (Buch Tobit)

Am Anfang des neuen Jahres macht Maria, die Knotenlöserin anschaulich, wie Tag für Tag und Schritt für Schritt, das Angebotene und oft Verknäulte unseres Lebens entflochten und gelöst werden will: meine persönlichen Probleme, die Probleme der Welt wie Hunger, Krankheit, Kriege und Terror, Kämpfe zwischen den Religionen, Klima-Katastrophen, Spannungen und Egoismen in Politik und Wirtschaft. Sie betreffen irgendwie jeden Menschen, jeden Tag neu.

Maria ist hier sichtbar mit den Verworrenheiten von uns Menschen beschäftigt. Sie ermutigt und öffnet unsere Augen für das Machbare. Die Welt, der Alltag, die Beziehungen, sie wollen und können gestaltet und entflochten werden.

Am 1. Januar feiern wir das Hochfest der Gottesmutter Maria. Sie ist die „lebendige Pforte“ zum Neuen Jahr und begleitet uns, Knoten lösend, vertrauend, liebend. Sie konnte zum Unvorstellbaren „Ja“ sagen und mit ihrem „Ja“ nahm sie Gottes Geist in sich auf. Er wurde in ihr lebendig. Meine Zusage zu meinem Leben kann eine Fortsetzung ihres „Ja“ sein und wir alle können mitwirken beim Knotenlösen im Kleinen und im Großen!

Ihnen Allen wünschen die Clemensschwestern ein gesegnetes, gutes Jahr 2019


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