Fest der Darstellung des Herrn

1. Februar 2026 Impulse

Jesus wird von seinen Eltern zum Tempel gebracht – ein uraltes Ritual in der Geschichte des Volkes Israel. Drei Generationen treffen aufeinander. Der Evangelist Lukas schreibt oft von Personenpaaren und Begegnungen, in denen Jesus die Mitte bildet. Hier: Maria und Josef, Simeon und Hanna – und Jesus, den Maria schon dem alten Simeon anvertraut hat. Die Eltern, Maria und Josef, tun, was ihnen Herz und Glaube empfehlen: Sie bringen ihren Sohn zum Tempel, geben ihn als Eigentum an Gott zurück und stellen ihr Kind unter Seinen besonderen Schutz.

Die Prophetin Hanna und Simeon sind schon lange im Tempel „zu Hause“. Sie beten, vertrauen, hoffen und warten. Beide erkennen in dem Kind den erwarteten Messias. Simeon stimmt sein Loblied an:

Nun lässt Du, Herr, Deinen Knecht,
wie Du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
das Du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für Dein Volk Israel. (Lk. 2,29-32)

Dann segnet Simeon die Eltern. Hanna, die Prophetin, tritt hinzu und bekräftigt mit ihrem Lobpreis das Heilige dieser Stunde.

Wir sind eingeladen, das tiefe Geschehen dieser kleinen Szene als eine Geschichte der Generationen, des Glaubens sowie unseres Wartens und Hoffens zu sehen. Jahrtausende lang lernen wir Christen das Warten und Hoffen sowie das Beten, Erkennen und Feiern, auch durch den Jahresrhythmus der Feste. Das wird hoffentlich durch den Wandel in Kirche und Gesellschaft in unserer Zeit nicht verloren gehen, sondern sich immer neu gestalten.

Der Abschnitt eines Gedichtes von Silja Walter (1919-2011) mag uns dazu anregen:
„Jemand muss zuhause sein, Herr, wenn Du kommst.
Jemand muss Dich erwarten…
Jemand muss nach Dir Ausschau halten…
Wer weiß denn, wann Du kommst?“

Bild: Ausschnitt des Schnitzaltars (1908) von Ferdinand Langenberg im Euthymia-Zentrum
Text: Sr. Elisabethis


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