Die Heilige Dreifaltigkeit

30. Mai 2026 Impulse

„Diese drei sind es, die Zeugnis ablegen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins.“ (1. Johannesbrief 5,7)

Was auch immer der Künstler bei diesem Kirchenfenster im Altarbereich der „Kirche zu den Heiligen Schutzengeln“ auf Juist im Sinn hatte, ich nenne es: Das Geheimnis der Dreifaltigkeit Gottes. Das Fenster ist bunt, kreativ gestaltet und lädt zu freier Deutung ein.

In der unteren Hälfte sehe ich eine große, stilisierte Figur, die ich als den menschgewordenen Sohn Gottes deute, beweglich, energiegeladen, aufrecht. Sein linker Fuß mit einem riesengroßen roten Schuh: „Ich bin der Weg.“ (Joh.14,6) Eine einladende Geste: „Kommt alle zu mir“ (Mt. 11,28). „Folgt mir nach!“ (Lk. 9,59) – Unterwegs auf den Wegen der Welt!

Der Hintergrund dieser Person sowie des Bildes ist überwiegend blau, mit bunten Farbtupfern. Ich deute es als lebendige Verbundenheit von Himmel und Meer.

Dann entdecke ich über dem ganzen Bild eine rote Einfassung, auf der oben ein Kopf angedeutet ist. Soll dieser zarte, rote Strich auf Gott, den Vater, den Schöpfer und Lenker hinweisen, auf Ihn, „der das All zusammenhält?“ (vgl. Weisheit 1,7) Über und unter dieser roten Umrandung scheint „Welt“ angedeutet zu sein: unten Erde, oben Gebirge oder Gebäude?

Das Bild, platziert neben dem Altar, atmet Geisteskraft, Schöpferkraft, Hauch und auch Sturm, Wandlungsfähigkeit. Ich kann es sehen als unseren im Glauben zu gestaltenden Lebensraum. Aus Chaos will Heil und Raum werden.

Dieses Bild auf einer Insel, wo Meer und Himmel ineinander übergehen, wo Menschen leben und arbeiten. Viele Bewohner fuhren oder fahren zur See. Die Insel, ein Urlaubermagnet für Tausende, Jahr für Jahr. Diese Kirche: ein Anziehungspunkt, ein Raum der Stille, in der Gottes Weite erfahrbar wird.

Und wir feiern in unserer Gemeinschaft das jährliche Fest der Profess-Jubiläen. Dank sei dem Dreifaltigen Gott für Seinen Ruf an uns!!

Bild und Text: Sr. Elisabethis


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