"Es ist vollbracht"
3. April 2026 Impulse
Ein Impuls zum Karfreitag
„Es ist vollbracht!“ (Joh. 19,30)
Das Kreuz ist die Mitte des Bildes in diesem Altar; es ist die Mitte der Botschaft Jesu. Seine Worte: „Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen!“ (Joh. 12,32) schwingen in diesem Bild mit und schallen bis in unsere Zeit hinein. Prominent ragen Gekreuzigter und Kreuz über Golgotha, die Schädelstätte, hinaus, die einem Vulkanausbruch ähnelt. Hier hat Jesus die Welt überwunden. (vgl. Joh. 16,33)
Auch alle Ermordeten vor und nach Jesu Kreuzigung an diesem Ort, der wohl auch die „aufgewühlte“ Welt symbolisiert, erfahren im aufgerichteten Kreuz die Auf-Richtigkeit und erlösende Kraft seiner Botschaft. Seit Jahrhunderten sprechen Christen beim Kreuzweg-Gebet:
„Durch Dein Heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst“.
Wir dürfen uns nie an die Dramatik des Kreuzes gewöhnen.
Jesus ist am Kreuz für uns gestorben, um uns zu befreien aus dem Zwiespalt der Welt und unserer Herzen. Dafür lässt er sich ans Kreuz nageln und sein Herz durchbohren. Es fließen Blut und Wasser aus seinem geöffneten Herzen in unsere Welt und unsere Herzen.
Die Menschen unter seinem Kreuz an seiner rechten Seite sind identisch mit denen, die ihn auf seinem Kreuzweg begleitet haben:
seine Mutter, der Jünger Johannes, Josef von Arimathäa und eine weitere Frau. Sie stehen auch für uns unter dem Kreuz! Seine Mutter und Johannes führt Jesus vom Kreuz aus noch zusammen: „Siehe Deine Mutter!“ – „Siehe Dein Sohn!“ (vgl. Joh. 19, 26-27)
Zu seiner Linken steht der Hauptmann, dessen rechte Hand zum Gestorbenen hinauf zeigt. Gerade noch hat er das Herz des Gekreuzigten mit einer Lanze durchbohrt, um sicher zu sein, dass er wirklich tot ist. Von diesem Hauptmann sind uns die Worte überliefert:
„Wahrhaftig, dieser ist Gottes Sohn!“ (Mk 15,39). Die beiden anderen Soldaten schweigen betroffen. Auch sie stehen unter dem Kreuz – im wahrsten Sinne des Wortes stellvertretend für alle, die Kriegsdienst leisten müssen und Krieg erleben. Das Kreuz mit dem Getöteten überragt die Schädelstätte, den Berg Golgotha und die dargestellte Szene.
Jesu Haupt ist zu seiner rechten Seite geneigt, zur Seite der Herz-Wunde. Aus dem geöffneten Herzen fließen Blut und Wasser, wie die Schrift betont. (vgl. Joh19,35)
Am Fuß des Kreuzes kniet Maria Magdalena. Sie umarmt den Kreuzesstamm mit großer Inbrunst. Dieses Bild zeigt uns ihre große Liebe und Hingabe zu ihrem geliebten Meister. Vor einigen Tagen noch hat sie seine Füße mit ihren Tränen gewaschen und mit ihren Haaren getrocknet (Vgl, Lk 7,38). Heute sind diese Füße und seine Hände festgenagelt am Holz des Kreuzes. In ihrem Schmerz führt Maria von Magdala alle zusammen, die in Welt und Zeit hier stehen, die aushalten, leiden, weinen, staunen. Auch uns, hier und heute, mit unserem starken oder schwachen Glauben, mit unserer Sehnsucht und unserer Trauer, unserem – wie auch immer – gelebten Leben. Maria von Magdala scheint den Schmerz der ganzen Welt auszudrücken und lädt ein, dass wir uns diesem Mann am Kreuz anvertrauen.
Ihr kostbares grün-goldenes Kleid mag uns zudem ein
Hoffnungszeichen dafür sein, dass vom Gekreuzigten ein Blutstropfen
in ihr Herz fällt, dessen Frucht sie zu einer Botin werden lässt, die in
die Welt läuft und verkündet, dass Sein Kreuzestod der Schlüssel zum
Himmel, zum Ewigen ist. –
Hier mag ihr Auftrag wurzeln, durch den sie zur Apostelin der Apostel wurde.