Schwester M. Euthymia – eine Missionarin?“

23. September 2018 Sr. M. Euthymia

Ein Beitrag zu den Jahresgedenkfeiern von Schwester M. Euthymia mit Pater Egide Muziazia.


Die Jahresgedenk-Feiern von Schwester M. Euthymia am Grab und in der Mutterhauskirche feierte mit einer großen Gemeinde am 1. Und 9. September Pater Egide Muziazia. Er ist ein Steyler Missionar, ist gebürtig im Kongo und studiert in Münster Missionswissenschaft. Schwester M. Euthymia war für ihn eine Entdeckung. In ihrer Grabkapelle auf dem Zentralfriedhof hatte er zum ersten Mal das Empfinden, in Münster zu Hause zu sein. Sehr oft und gerne besucht er sie am Grab und im Euthymia-Zentrum.

Der Feier am 9. September im Mutterhaus gab er die Überschrift: Schwester M. Euthymia – eine Missionarin?“

Er erläuterte zunächst das Missionsverständnis:

„Nachdem in früheren Jahren die Kulturen und Religionen der Völker zerstört wurden und die Menschen mit Gewalt zum Christentum gezwungen wurden, hat das 2. Vatikanische Konzil den Begriff Mission neu definiert. Mission bedeutet Teilhabe am Sendungsauftrag Gottes. Die Kirche „ist ihrem Wesen nach ‚missionarisch‘ (als Gesandte unterwegs), weil sie selbst ihren Ursprung aus der Sendung des Sohnes und der Sendung des Heiligen Geistes herleitet gemäß dem Plan Gottes des Vaters“. (AG 2)


Mission bedeutet heute eine aktive Teilhabe an der Sendung Gottes. Ein Dienst an seinem Reich der Liebe, der Gerechtigkeit und des Friedens. Das heißt, dass die Kirche im Dienst dieser Sendung steht. Gott ist der Ursprung der Mission. (Missio Dei) Mission ist Ausübung der Nächstenliebe, wie die Selige Maria Euthymia, sie verstanden und gelebt hat.

Wie kann eine tüchtige und Gott geweihte Ordensfrau, die niemals ihr Land, ihr wunderschönes und attraktives Münsterland verlassen hatte, Missionarin sein? Um eine angemessene Antwort auf diese Frage zu geben, versuche ich die Mission von der Seligen Maria Euthymia im Missionsverständnis des 2. Vatikanischen Konzils zu verorten. Die Selige hat das Evangelium in Wort und Tat gelebt. Ihr ganzes Leben war ein Dienst an den Armen, Kranken und Gefangenen. Als Christin und Ordensfrau hat sie die Verantwortung für die Mission getragen. In den Armen, Kranken und Gefangenen sah sie Jesus selbst: Ich war hungrig und ihr mir zu essen gegeben, ich war fremd und ihr mich aufgenommen, ich war krank und ihr habt mich besucht, ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen. (Matt 25, 35-36)

Die Selige Euthymia hat ihre Mission als Missio Dei verstanden. Das heißt, dass ihre Mission von Gott allein gekommen war. Durch ihren Dienst am Menschen hat sie das Reich Gottes unter den Menschen verwirklicht. Die Kraft ihrer Mission war die persönliche Verbundenheit mit Christus. Die Stärke der Selige Euthymias war, niemanden auszuschließenden. Ihre Mütterlichkeit hatte ihre Quelle in der Kreuzesverehrung. “ (Magdalena Padberg. Maria Euthymia. Clemensschwester.)


Zurück

Volltextsuche