Spiritualität

„Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ (Johannes 14,6). Er allein ist unsere letzte Norm. Sein Leben und Wort sind das Grundgesetz der Barmherzigen Schwestern.

Unsere Spiritualität ist die Barmherzigkeit.


Jesus Christus – unser Fundament

„Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 24,40)

Gott hat ein Herz für uns Menschen. Das ist wesentlich für das Gottesbild, das Jesus selbst hat und das er uns zeigt. Jesus ist im Innersten gerührt von der Not der Menschen: von ihrer Sünde, ihren Krankheiten, ihrem Sterben. Er selbst identifiziert sich mit den Hungernden, den Fremden, den Kranken, den Gefangenen und nimmt am Leben der Notleidenden teil – nicht von oben herab, sondern von innen heraus. Er spricht von den Geringsten seiner Brüder, ohne religiöse, soziale oder politische Grenzen zu ziehen. Jesus Christus, Gottes menschliches Gesicht, ist ein Spiegelbild der göttlichen Barmherzigkeit. Er kam als ein Liebender, der sich den Menschen liebevoll zuwendet, der sie befähigt, zu lieben, wie er liebt. Aber diese Liebe drängt sich nicht auf, sie respektiert die Freiheit des anderen. Barmherzigkeit ist die Begegnung auf Augenhöhe, die Achtung vor der Würde des anderen.


Maria – die Mutter der Barmherzigkeit

„Wohlan denn, unsere Fürsprecherin, wende deine barmherzigen Augen uns zu und nach diesem Elend zeige uns Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes.“ (aus dem Salve Regina)

Maria, die von Anfang an an der Fülle der Barmherzigkeit Gottes Anteil hatte, und Jesus Christus geboren hat, wird selbst immer mehr zur Mutter der Barmherzigkeit. Durch ihr „Fiat“ (Es geschehe!) hat sie Ja gesagt, auch zu dem Leid, das sie als Mutter Jesu zu durchleben hatte. Sie kennt am tiefsten das Geheimnis des göttlichen Erbarmens. Sie kennt seinen Preis und weiß, wie hoch er ist. Sie versteht uns in unserem Menschsein und ermutigt uns, die befreiende Wahrheit und beglückende Liebe Jesu zu leben. So werden wir offen für das mitmenschliche Du und für unser eigenes Leben.


Barmherzigkeit verändert

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ (Lukas 6,36)

Die Einheit von Gottes- und Nächstenliebe, diese geistliche Wurzel jeder echten christlichen Spiritualität, prägt von Beginn an das Leben und Wirken unserer Schwesterngemeinschaft.

Wir Barmherzige Schwestern leben im Bewusstsein, dass „der Mensch nicht von Brot allein lebt“. In einem spirituellen Leben in Gemeinschaft schöpfen wir aus Eucharistie und Gebet als den Quellen unserer Berufung und unseres Lebens und Handelns. Nur in der ständigen inneren Wendung und Bekehrung dahin, dass uns die erlösende und versöhnende Hand Jesu Christi voll Liebe und Barmherzigkeit von Kreuz herab ergriffen hat, finden wir auch die richtige Einstellung und Haltung, im Alltag Gott, dem Nächsten und uns selbst zu begegnen.

Die Gebrochenheit der Welt und die Heilssehnsucht der Menschen heute fordert uns als Gemeinschaft zu neuen Antworten heraus. Wir erkennen im heutigen Hilfesuchenden die ungestillte Sehnsucht nach der Freiheit des Geistes und des Ewigen. Der heutige Mensch will wieder aufgenommen und beheimatet sein in einem Beziehungsnetz, das ihm Wärme, Verlässlichkeit und Sicherheit schenkt. Er wünscht sich, wieder glauben zu können, sich wieder festzumachen in Gott. In den Zeichen der Zeit vernehmen wir Gottes Anruf und suchen auf immer neuen Wegen ihm zu entsprechen.


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